Der Ein oder Andere wird sich sicher schon einmal in einer Situation vorgefunden haben, in der das heimische Repertoire an Werkzeugen für gewisse Projekte nicht mehr ausreichend ist und “schweres” Gerät nötig ist, um gewünschte Ergebnisse zu liefern. So geschehen bei mir, als ich eine private Anfrage für den Bau eines kleinen Beistelltisches erhielt. Ich hatte zuvor noch nie einen Tisch gebaut  und dachte mir einfach nur: Klar, kann ich machen. Eine gewisse Risikobereitschaft sollte natürlich schon vorhanden sein, um eine Blamage zu verhindern. Schließlich steht man ja mit seinem Namen dafür ein.

Nachdem Details abgeklärt waren und ich die ersten Zeichnungen angefertigt hatte (ein Hoch auf Adobe Illustrator) waren, endete bereits die Fertigung in meiner Wohnung, noch bevor ich richtig loslegen konnte: Ich besitze weder einen Keller noch einen Hof und meine Wohnung bietet aufgrund des Platzanspruchs und Lautstärkepegels gewisser Maschinen leider gewisse Einschränkungen.

Und genau an diesem Punkt kommen FabLabs (engl. Fabrication Laboratory – Fabrikationslabor) oder freie Werkstätten ins Spiel. Sie bieten in vielen Großstädten Privatpersonen die Nutzung von industiellen Fertigungsgeräten an, die man nach entsprechenden Einweisungen, dem Besuch von Workshop oder dem Nachweis von Vorkenntnissen (z.B. TSM-Scheine für die Bedienung holzverarbeitender Maschinen) nutzen kann. Zur Auswahl stehen zumeist 3D-Drucker, Lasercutter und CNC-Fräsmaschinen, die je nach Größe der Werkstatt von zahlreichen anderen Maschinen ergänzt werden. Wer gleich auf die Suche nach einer Werkstatt gehen will, findet eine Liste mit allen FabLabs  hier.

wefactory_CNC-Fräse

In der Vergangenheit habe ich im FabLab Berlin die Nutzung einer computergesteuerten Fräsmaschine erlernt und konnte somit den kompletten Kleintisch gleich in einem Rutsch ausfräsen lassen. Keine Nachbarn, die ich störe, kein Dreck in der Wohnung und ein sauberes Ergebnis. Selbstverständlich ist die Nutzung nicht kostenlos, sondern verlangt je nach Gebührenmodell pro Schnittminute 0,80€ oder über eine Flatrate, mit der man alle Maschinen komplett frei nutzen kann, 150€ im Monat. Sicher ein größerer Brocken, der sich aber bei regelmäßiger Nutzung schnell bezahlt macht.

wefactory_Möbelbau ohne eigene WerkstattDen Tisch trennte ich nur noch aus der Platte heraus, bearbeitete ihn mit etwas Schleifpapier, Beize sowie Lack und übergab ihn in die Arme der vor Freude strahlenden Kundin. Job done!

Wer sich dann doch lieber der Fertigung in den eigenen vier Wänden verschreiben und dabei nur das Nötigste an Handwerkzeugen nutzen kann und will, dem werden wir hier von wefactory in Kürze mehrere Möglichkeiten anbieten. Wie arbeiten momentan an mehreren Kits, mit denen Ihr die eigene Wohnung, mit wenigen Handgriffen und unter Nutzung von diversen Werkzeugen, mit Möbeln ausstatten könnt. Lange Aufenthalte in Baumärkten und Materialsuche in verschiedenen Einrichtungen gehören somit der Vergangenheit an und der Fertigungsaufwand für Euch reduziert sich je nach Projekt auf ein Minimum.

Meldet Euch gern mit Feedback über unsere Idee, den Beitrag oder zu Wünschen über weitere Beiträge, die für die ihr gern etwas Input benötigt.